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Projektdokumentation zur Sturmschadenaufforstung in Schweden im Mai 2010 Großer Einsatz einer Schulklasse für den Umwelt und Klimaschutz
Seit 1993 kooperiert die Ida Ehre Gesamtschule (Hamburg) mit der schwedischen Kommune MARK / Westergötland und betreibt aktive Umwelterziehung in einem outdoorcamp abseits der Zivilisation. Der Initiator, Dr. Andreas FrankeThiele, begann mit Kleingruppen bereits 1989 in erlebnispädagogischen Zusammenhängen in freier Natur. Daraus erwuchs zunächst eine Schulkooperation mit der Marks Gymnasieskola und ein Versuch, ein COMENIUS Projekt der Europäischen Union, zusammen mit einer englischen Partnerschule zu entwickeln. Luft und Gewässeruntersuchungen für die flächendeckenden Kalkungen der schwedischen Seen (saurer Regen) reichten aber noch nicht für eine längerfristige Betroffenheit der Schüler und eine nachhaltige Verbindung zu diesem Naturraum. Erst der Aufbau eines outdoorcamps abseits der Zivilisation und gewaltige Sturmschäden (vgl.: http://sv.wikipedia.org/wiki/Orkanen_Gudrun und http://sv.wikipedia.org/wiki/Orkanen_Per ) haben einen direkten Bezug und eine persönliche Betroffenheit erbracht, aus der nachhaltige Projekte im Klimaschutz erwuchsen: Im größten zusammenhängenden Waldgebiet Südschwedens haben wir nach historischem Vorbild Hütten um einen 'Torpen' (alten Siedlungspunkt) herum gebaut und eine biologische Abwasseranlage entwickelt, um mit Schülergruppen von 1530 Teilnehmern langfristig in der Natur arbeiten zu können. Die inhaltlichen Schwerpunkte waren über die Jahre unterschiedlich. Als vor drei Jahren ein gewaltiger Sturm das Camp und den umgebenden Wald stark beschädigte, gab es eine große Betroffenheit und vielfältige Auseinandersetzungen mit der offenkundigen Klimaveränderung. Als Folge nahmen wir am öffentlichkeitswirksamen Projekt 'Klimabotschafter – Schüler werden Klimabeobachter' teil (s. Anm.) und beteiligen uns an der Sturmschadensanierung in 'unserem' Waldgebiet in Schweden. Zunächst musste das Camp wieder hergerichtet werden und anschließend der Windbruch beseitigt werden. Im letzten Arbeitseinsatz haben wir beispielsweise 8000 Bäume gepflanzt, die von der schwedischen Forstbehörde über ein EUProjekt subventioniert wurden.
Unser Langzeitprojekt geht nach der Frostperiode ab Mai weiter, aber die Finanzierung der Reisen über die Schüler wird immer schwieriger. So waren wir sehr erfreut, dass wir erstmalig Unterstützung von Außen bekamen. Ausschlaggebend war ein bestehender Kontakt in der Berufsorientierung und über das o.g. Klimaprojekt für Schüler. Herr Bartmann (GLOBETROTTER) stellte uns Ausrüstung und Arbeitsmaterialien zur Verfügung. OLYMPUS brachte mehrere hochwertige Kameras zu Dokumentationszwecken ein. Probleme machen generell die Reisekosten diese Projektes, weil es eine Zusatzaktivität ist, die aus dem gewöhnlichen Rahmen der Klassenoder Leistungskursreisen herausfällt und zu keinen sozialen Härten führen darf. So wurde mit der Rechtsabteilung die Sondervereinbarung getroffen, mit Kleinbussen reisen zu dürfen. Nur so kann das abgelegene Gebiet (mit Personen und Material) erreicht werden und stellt zudem die preisgünstigste Lösung dar. Einen neunsitzigen Transporter können wir zu Sonderkonditionen von unserem Partner BAUSPIELPLATZ BERNE leihen. Durch die Initiative von GLOBETROTTER konnten aber noch weitere Firmenpartner gewonnen werden. PROFIRENT senkte die Preise für den Verleih eines Mercedes Sprinter so, dass MERCEDESROSSBACH die Finanzierung für uns übernehmen konnte. Reisebeschreibung / Notizen: 3.12.5.2010 Fähre Puttgarden Rödby „So eine Fähre habe ich noch nie gesehen...“ Kati Öresundbrücke „gewaltiges Bauwerk im Meer“ , „stört das nicht die Zugvögel?“ Kati „Der Weg ins Camp schon sehr abenteuerlich und etwas beängstigend…so weit im Wald!“ „Die Bäume sind umgeknickt, wie Streichhölzer...wie in einer Mondlandschaft“ Die Arbeitsgruppen wechselten innerhalb folgender Arbeitsbereiche:
1) Anlegen eines Versuchsfeldes für Energieholz in einer Sturmschneise. Dafür wurden 550 vorgezogene Pappelstecklinge ausgepflanzt.
2) Bepflanzung einer Sturmschneise mit 3050 Fichtensprösslingen, die aus einer Überpopulation ausgegraben, transportiert und umgepflanzt wurden.
3) Bau eines Unterstandes für Waldmaschinen zur Langzeitbearbeitung der Sturmschadengebiete. Dazu wurde eine Dachkonstruktion von 120m² errichtet, die eine Firsthöhe von 4.20m und eine Seitenhöhe von 3.10m erreichte.
Die Arbeit war anstrengend...aber sehr befriedigend und erst zu Hause realisierten wir in Gesprächen mit Eltern und Freunden, dass wir eigentlich Helden sind mit dem, was wir für unsere Natur getan haben!!! Im Sinne einer Nachhaltigkeit sollen die Pflanzungen im September kontrolliert werden. Gleichzeitig prüft die Forstbehörde die Erfolgsaussichten einer Herbstpflanzung. Im März wollen wir am Extremwetterkongress im Klimahaus Bremerhaven teilnehmen und unsere Erfahrungen einbringen. Im Mai geht der Zyklus in Schweden dann wieder von vorne los. Zwischenzeitlich fahren weitere, kleine Schülergruppen als Praktikanten ins Camp, um pflegerische Arbeiten in 'unserem Waldgebiet' vorzunehmen. Dafür erhalten sie eine Bescheinigung über ein ökologisches Auslandsbetriebspraktikum, welches einen hohen Stellenwert in der Bewerbungsmappe hat.
Dr. Andreas FrankeThiele Anm.: „Das Projekt 'Klimabotschafter' wurde 2008 vom Institut für Wetter und Klimakommunikation mit Unterstützung des Hamburger Abendblatts und des TVSenders Hamburg 1 initiiert. Inzwischen unterstützen auch noch das Portal Wetterspiegel.de und der OutdoorAusrüster Globetrotter das erfolgreiche Projekt. Es unterstützt Schulen dabei, ihre Schüler für Klimaschutz zu sensibilisieren und gibt den Kindern darüber hinaus die Möglichkeit, Hamburger Persönlichkeiten zu treffen und zu diesem Thema zu befragen. Inzwischen beteiligen sich bereits 18 Schulen in Hamburg und der Metropolregion.“ (zitiert aus dem Hamburger Abendblatt vom 19.6.2010) |