Roßbach Automobile  
Sonntag, 20. Mai 2012
 
 
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125 Jahre Innovation.

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Interessantes vom ersten Automobil der Welt, der Pionierin des Automobils
und Sternen, die seit 125 Jahren die Welt mit Ihrer Ausstrahlung begeistern.
 
 
Der Benz Patent-Motorwagen.
Das erste Automobil der Welt.

Am 29.01.1886 meldet Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift zum DRP 37.435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils. Das erste Automobil der Welt ist eine eigenständige Konstruktion, bei der Motor und Fahrgestell eine organische Einheit bilden.

Verbrennungsmotor.
Der Kern des Patent-Motorwagens ist ein von Carl Benz entwickelter schnell laufender, wassergekühlter 1-Zylinder-Viertakt-Verbrennungsmotor. Er ist im Heck des Fahrzeugs in liegender Position eingebaut und leistet 0.55 kW bei 400/min aus 0,95 Liter Hubraum. Interessante Details des Motors sind der gesteuerte Einlass-Gleitschieber, das gesteuerte Auslassventil, die elektrische Zündung inklusive Zündkerze, Korff’schem Funkeninduktor und Batterie sowie die Verdampfungskühlung mit Wasserbehälter oberhalb des Motors. Ein Benz Oberflächenvergaser dient der Gemischaufbereitung, der Kraftstofftank mit einem Vorrat von 4,5 Litern befindet sich oberhalb des Vergasers. Bis zu 16 km/h ließen sich mit diesem Antrieb erreichen. Und auch der Kraftstoffverbrauch könnte sich heute noch sehen lassen: ca. zehn Liter auf 100 Kilometer.

Antrieb.
Der Benz-Patent-Motorwagen wird mit je einer Kette links und rechts der Seitenwelle über die Hinterräder angetrieben, die über eine Starachse und Vollelliptikfedern mit dem Stahlrohrrahmen verbunden sind. Für eine optimale Übersetzung der Motorkraft sorgen eine Leerlaufscheibe sowie ein Gang in Form einer festen Antriebsscheibe samt integriertem Differenzial. Der flache Lederriemen zwischen Motor und Seitenwelle wirkt mittels der Leerlaufscheibe gleichzeitig als Kupplung.

Ausstattung.
Open-Air-Vergnügen in seiner reinsten Form: Ein Dach ist gar nicht erst vorgesehen. Umso mehr Raum bleibt für edle Ausstattungsdetails. Von den fein geschwungenen Armlehnen, der komfortablen Lederpolsterung bis hin zum ergonomisch geformten Holzgriff der Lenkung beeindruckt höchste Handwerkskunst. Mit dem linksseitig angebrachten Hebel, Gangschaltung und Handbremse in einem, ließen sich seinerzeit kritische Fahrsituationen entschärfen und die Vorwärtsbewegung wirkungsvoll verzögern.

Räder.
Die beiden hinteren angetriebenen Drahtspeichenräder sind wie das vordere Drahtspeichenrad mit einer Vollgummibereifung belegt. Das Vorderrad läuft in einem Kugellager, während die beiden Hinterräder über Weißmetallbuchsen verfügen. Der Radstand des Patent-Motorwagens beträgt 1.450 mm und die Spurweite 1.190 mm.


Was wäre ohne Bertha Benz?
Die Pionierin des Automobils.

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Sie wird am 3. Mai 1849 als Bertha Ringer in Pforzheim geboren und heiratet am 20. Juli 1872 im Alter von 23 Jahren Carl Benz. Ohne ihren starken Willen und den unerschütterlichen Glauben an den Erfolg ihres Mannes hätte es die Firma Benz & Co. vermutlich nie gegeben.

Bertha Benz gibt ihrem Mann jenen Rückhalt, der den genialen Erfinder und Konstrukteur in schweren Stunden herber Rückschläge und aufkommender Selbstzweifel an der Richtigkeit seines Lebenswerks festhalten lässt. Dank ihres unerschütterlichen Optimismus und der Fähigkeit, schwierige Situationen genau zu analysieren, findet sie immer wieder einen Ausweg.

Gemeinsam zum Erfolg.
Dank Berthas unerschütterlichem Vertrauen in ihren Mann und in seine Erfindung setzt Carl Benz seine Arbeit ungeachtet immer wieder auftretender Rückschläge fort. Am 29. Januar 1886 ist es dann soweit: Carl Benz meldet sein dreirädriges „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. An diesem für die gesamte Mobilität bedeutenden Erfolg hat Bertha Benz einen wesentlichen Anteil. Die Patentschrift DRP 37435 gilt heute als Geburtsurkunde des Automobils.

Carl Benz baut weitere, in Details verbesserte Varianten seines Patent-Motorwagens. Doch obwohl das Publikum die Erfindung überwiegend begeistert aufnimmt, bleibt der erhoffte wirtschaftliche Erfolg aus. Erneut suchen Benz depressive Zweifel heim. Und wieder ist es seine Frau, die einen Ausweg weiß. Sie erkennt, dass die Öffentlichkeit der Funktionstüchtigkeit und damit auch der Zuverlässigkeit der durch „geheimnisvolle Kräfte“ bewegten Fahrmaschine noch misstrauisch gegenübersteht.

Jungfernfahrt eines fauchenden, pferdelosen Wagens.
Ohne Wissen ihres Mannes unternimmt Bertha Benz deshalb im August 1888 in den frühen Morgenstunden eine Werbetour: Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Eugen und Richard fährt sie einen Dreiradwagen ihres Mannes von Mannheim nach Pforzheim.
Bei Einbruch der Dämmerung erreicht das wagemutige Trio wohlbehalten das Ziel. Mit einem Telegramm lassen sie Carl Benz wissen, dass die erste Fernfahrt mit seinem Motor-Wagen erfolgreich verlaufen ist.

Das damals sensationelle Ereignis spricht sich in Windeseile herum. Zwei Jungen und eine Frau auf einem zischenden und fauchenden, pferdelosen Wagen? Da kann nur der Leibhaftige im Spiel sein. Doch Bertha Benz hat erreicht, was sie wollte: Die Kritiker waren zumindest von der Zuverlässigkeit überzeugt und der Benz Patent-Motorwagen in aller Munde. Ohne den Einsatz und Wagemut von Bertha Benz hätte es das Automobil auf seiner Fahrt in die Zukunft sicher etwas schwerer gehabt.
 
 Text und Bilder:Mercedes Benz